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Ortenau Klinikum qualifiziert Menschen mit Migrationshintergrund für Pflegeausbildung

Neuer Kurs Anfang Oktober gestartet/ Klinikverbund aktiv gegen den Fachkräftemangel

(hintere Reihe v. l.) Sozialpädagoge Wolfgang Behler und Verwaltungsdirektor Mathias Halsinger mit den vier Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Einstiegsqualifizierung. © Ortenau Klinikum

Offenburg, 14. Oktober 2019 – Qualifizierte Pflegekräfte sind bundesweit für Kliniken auf dem Arbeitsmarkt kaum noch zu finden. Das Ortenau Klinikum nutzt deshalb zahlreiche Initiativen, um Pflegekräfte an den Klinikverbund zu binden und junge Menschen in den Pflegeberufen selbst auszubilden. Ein Beispiel ist die Qualifizierung junger Flüchtlinge für eine Ausbildung in den Pflegeberufen. Anfang Oktober ist am Bildungszentrum für Gesundheits- und Pflegeberufe am Ortenau Klinikum in Offenburg ein weiterer Kurs mit Flüchtlingen gestartet. Er ist Teil des „Projekts Ausbildung für Menschen mit Migrationshintergrund“ (ProMo), das der Ortenaukreis und der Klinikverbund 2017 ins Leben gerufen haben. Die Teilnehmer sind vier junge Flüchtlinge aus dem Iran sowie aus Eritrea, die Interesse an einer Berufsausbildung im Pflegebereich haben.

„Auch mit diesem Projekt wollen wir aktiv gegen den Fachkräftemangel in der Pflege angehen und die Integration ausländischer Mitbürger fördern“, betont Verwaltungsdirektor Mathias Halsinger vom Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl. „Mit diesem Kursangebot bieten wir jungen Flüchtlingen einen fundierten Weg, sich eine berufliche Perspektive in der Pflege aufzubauen.“ Das Ortenau Klinikum hat sich bereits in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Integrations- und Weiterbildungsangeboten für ausländische Pflegekräfte beispielsweise aus Spanien, Ungarn oder den Philippinen engagiert, um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen.

Während des einjährigen Kurses sollen die Teilnehmer zum einen ihre Sprachkenntnisse erweitern und zum anderen praktische Erfahrungen im Bereich der Altenpflege oder der Gesundheits- und Krankenpflege sammeln. Der Sprachunterricht findet an zwei Wochentagen statt und wird durch den Bildungsträger Neue Arbeit Lahr (NAL) in Lahr sichergestellt. An drei Tagen in der Woche vertiefen die Teilnehmer bei Praktika in Einrichtungen der Altenpflege sowie an verschiedenen Standorten des Ortenau Klinikums ihre Sprachkenntnisse. Zudem lernen Sie die Arbeit auf Station oder in zuarbeitenden Bereichen wie Service, Bettenzentrale und Patiententransport kennen. Mit Abschluss des Kurses haben die Teilnehmer mindestens das Sprachniveau B2 erreicht.

Ziel der Einstiegsqualifizierung ist der Übergang in eine Ausbildung in der Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege. Weisen die Teilnehmer beispielsweise eine vergleichbare Qualifikation wie einen Realschulabschluss nach, können sie direkt im Anschluss an den Kurs die dreijährige Ausbildung beginnen. Liegt ein Hauptschulabschluss vor, haben die Teilnehmer im Anschluss zunächst eine einjährige Helferausbildung erfolgreich abzuschließen, um damit die schulische Qualifikation für eine dreijährige Ausbildung im pflegerischen Bereich zu erwerben.

Finanziert wird das Projekt nach einem Beschluss des Kreistages bis einschließlich 2022 mit jährlich 50.000 Euro durch den Ortenaukreis. Die Mittel decken die Personalkosten für einen Sozialpädagogen, die Sachkosten sowie eine intensive Sprachförderung der Kursteilnehmer ab.