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Klinik-Mitarbeiter sollen Corona-Zulage erhalten

Klinik-Träger Ortenaukreis will Wertschätzung und Dankbarkeit für die besonders belastende Arbeit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit freiwilligem Zuschuss zum Ausdruck bringen

Offenburg, 30. April 2020 – Für ihren besonderen Einsatz und ihr großes Engagement bei der Betreuung von Covid-19-Patienten sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ortenau Klinikums eine außertarifliche Corona-Zulage als freiwillige Leistung erhalten. Eine entsprechende Entscheidung hat am vergangenen Dienstag der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken des Ortenaukreises mit großer Mehrheit getroffen.

„Ich freue mich sehr über die Entscheidung für eine Corona-Zulage unserer Klinik-Beschäftigten, mit der wir Dankbarkeit und Wertschätzung für die besonders belastende Arbeit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zum Ausdruck bringen können“, begrüßte Landrat Frank Scherer das Votum des Ausschusses.

Zu Beginn der Beratung hatte Scherer deutlich gemacht, dass in der Diskussion zwei Dinge nicht vermischt werden dürften. „Zum einen gibt es die aus meiner Sicht schon lange richtige, in der Corona-Krise sich jetzt durchsetzende Erkenntnis, dass bestimmte Berufsgruppen im Verhältnis insgesamt zu wenig verdienen. Dazu gehört beispielsweise auch die Pflege“, so Scherer. In diesem Bereich seien die Tarifparteien und die Politik gefordert. Zum anderen müsse das Gremium die Frage beantworten, ob der Ortenaukreis den durch die Corona-Pandemie besonders belasteten und geforderten Klinik-Beschäftigten eine außertarifliche Zulage zahlen kann und will. „Weil ich dieser Meinung bin und die Fraktionsvorsitzenden ebenfalls, steht dieser Punkt auf der Tagesordnung zur Beratung mit entsprechenden Vorschlägen zur Diskussion.“

Im Auftrag von Landrat Frank Scherer sowie auf Wunsch der Fraktionsvorsitzenden hatte die Geschäftsführung dazu ein Eckpunktepapier erarbeitet, das die Grundlage für die Diskussion bildete. Mit seiner Entscheidung legte der Ausschuss einen Rahmen für eine Zulagen-Regelung fest und sprach sich dafür aus, grundsätzlich für die besonders belasteten Bediensteten in Corona-Isolierbereichen, die in einer „Dienstanweisung und Mitarbeiterinformation zur Corona-Situation“ des Ortenau Klinikums festgelegt sind, und anteilig der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit eine Corona-Zulage zu zahlen. Dafür sollen insgesamt bis zu zwei Millionen Euro bereitgestellt werden. Die Zulage könne für bis zu drei Monate mit jeweils maximal 500 Euro gezahlt werden und solle für alle Berufsgruppen einschließlich der Reinigungskräfte gelten. Die Ausgestaltung der Details überließ der Ausschuss der Abstimmung zwischen der Klinik-Geschäftsführung und dem Gesamtpersonalrat.

Ebenso sieht der Beschluss vor, dass bei anderweitigen tariflichen, landes- oder bundespolitischen Beschlussfassungen für Corona-Zulagen, die über bestehende tarifliche Zulagen hinausgehen, eine Verrechnung mit den seitens des Ortenau Klinikums insgesamt geleisteten außertariflichen Zulagen erfolgt.

Insbesondere für Krankenhäuser und deren Personal stellt die Corona-Krise eine außerordentliche Situation dar. Das Ortenau Klinikum hat seit Mitte März frühzeitig seine Kräfte gebündelt, um auch unter den Voraussetzungen zahlreicher Covid-19-Patienten die stationäre Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Ortenaukreis zu gewährleisten. Innerhalb kürzester Zeit wurden vorsorglich alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe - soweit medizinisch vertretbar – auf unbestimmte Zeit verschoben. Für die Versorgung von Patienten mit besonders schweren Verläufen von Covid-19 sind insbesondere Beatmungsplätze notwendig. Diese wurden im Ortenau Klinikum von zuvor 39 auf aktuell 122 Plätze ausgebaut. Mitte März wurde eine Urlaubssperre für alle Mitarbeiter ausgesprochen, um die Patientenversorgung bei Eintreten der entsprechenden Prognosen zur Ausbreitung des Virus aufrechterhalten zu können. In vielen Bereichen hat sich der Arbeitsalltag innerhalb kürzester Zeit drastisch verändert. Die Schutzmaßnahmen mussten deutlich erhöht werden, gewohnte Arbeitsabläufe geändert und teilweise hat sich auch der Einsatzbereich für Mitarbeiter geändert.

Das Ortenau Klinikum ist für das Engagement seiner Mitarbeiter besonders dankbar. In den vergangenen Wochen wurde viel geleistet und die Sondersituation mit Mehr- oder Minderarbeit, Urlaubssperre und psychischer Belastung aufgrund des enormen Drucks wirkt sich sicher bis ins Privatleben der Mitarbeiter aus. Das kostenlose Essen, dass den Mitarbeitern während der Zeit der Urlaubssperre zur Verfügung gestellt wird sowie die Übernahme der Stornokosten für bereits gebuchte Urlaube, für Mitarbeiter und deren Angehörige, sind ein Teil der Maßnahmen, die das Ortenau Klinikum zu Beginn der Krise in Eigeninitiative umgesetzt hat, um den Mitarbeitern schnell ein Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit zu geben.