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Versorgung von Notfallpatienten wird weiter optimiert: Netzwerk Ortenauer Notaufnahmen

Verschiedene Maßnahmen sollen den Ortenauer Notaufnahmen eine noch engere Kooperation ermöglichen. Einen erheblichen Beitrag hierzu leistet künftig das Netzwerk Ortenauer Notaufnahmen, wie Dr. Bernhard Gorißen, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Ortenau Klinikum in Offenburg-Kehl, berichtet.

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Versorgung von Notfallpatienten wird weiter optimiert

Dr. Bernhard Gorißen

In Notfallsituationen wird die Bevölkerung gebeten, sich an den Hausarzt zu wenden. Außerhalb der Öffnungszeiten ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst telefonisch rund um die Uhr über 116 117 erreichbar, oder es besteht die Möglichkeit des Besuchs einer Notfallpraxis, die in Offenburg, Lahr, Wolfach und Achern in den Räumen des Ortenau Klinikums durch die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg betrieben werden. Es besteht unmittelbare räumliche Verbindung zu den Notaufnahmen der Kliniken.

Für akut einsetzende schwere und lebensbedrohliche Erkrankungen oder Verletzungen stehen die Zentralen Notaufnahmen zur Verfügung. „Allein an der Betriebsstelle Ebertplatz stieg die Zahl der behandelten Patienten von 34.000 im Jahr 2015 auf 47.000 im Jahr 2018.“, so Dr. Gorißen. Entlastung bietet die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), die vorgelagert ist und sich direkt in den Räumen des Ortenau Klinikums vor Ort befindet. Für eine weitere Optimierung soll nun das Netzwerk Ortenauer Notaufnahmen (NONA) sorgen. Zudem stellt sich das Klinikum auf Neuregelungen zu einem bundesweit eingeführten System der gestuften Notfallversorgung ein.

Gegenseitige Unterstützung der Notaufnahmen wird gefördert

Für die Teilnahme müssen Kliniken eine von drei unterschiedlichen Versorgungsstufen erfüllen, darunter die Basis-, die erweiterte sowie die umfassende Notfallversorgung. Dafür sind Mindeststandards an personeller, technischer und räumlicher Ausstattung festgelegt. „Aktuell ist im Fall des Ortenau Klinikums eine Einstufung der Notaufnahmen als Basisnotfallversorgung in Wolfach, Lahr, Kehl und Achern sowie erweiterte Notfallversorgung in Offenburg zu erwarten“, schätzt Dr. Gorißen die Situation ein. Für eine weitere Optimierung ist neben infrastrukturellen Maßnahmen auch eine enge Kooperation notwendig.

Durch die Einrichtung des Netzwerks Ortenauer Notaufnahme (NONA) soll eine gleiche Arbeitsweise und Ausstattung sowie gegenseitige Unterstützung der Notaufnahmen gefördert werden. Zur Vorbereitung wurden ärztliche und pflegerische Notaufnahmeleitungen ernannt, die zur Gründung des NONA eine Arbeitsgruppe gebildet haben. Diese wird von Dr. Gorißen geleitet. Zugleich wurde der Facharzt für Innere Medizin und bisherige Ärztliche Leiter der Notaufnahme am Ortenau Klinikum in Offenburg zum Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl gewählt.

Erste Schritte

Als erste gemeinsame Maßnahmen hat die Arbeitsgruppe ein einheitliches, sogenanntes Triage-System zur Ersteinschätzung der Notfallpatienten an allen Häusern des Klinikverbunds eingeführt sowie eine gemeinsame Dokumentationssoftware ausgewählt. Auch ein verbessertes, hausübergreifendes Belegungsmanagement soll durch die engere Kooperation ermöglicht werden. Außerdem haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe ein Statut für das Netzwerk ausgearbeitet, das unter anderem die Zusammenarbeit und die Zielsetzungen festlegt. „Insgesamt werden unsere Patienten von einer besseren Zusammenarbeit sowie hausübergreifenden Netzwerken profitieren“, fasst der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme zusammen.

 

Ein Thema, das jeden angeht: Organspende

Es ist eine Angelegenheit, die bei vielen Menschen Berührungsängste auslöst. Sich mit der Frage zu beschäftigen, ob man selbst Organspender sein möchte, bedeutet immer auch, die eigene Weltanschauung auf den Prüfstand zu stellen. Die Problematik wird daher häufig verdrängt. Doch wie die Entscheidung auch ausfällt – die bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema kann Leben retten, wie Dr. Bernhard Gorißen, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Ortenau Klinkum, weiß.

Herr Dr. Gorißen, wie werden Mitarbeiter des Klinikums auf das sensible Thema Organspende vorbereitet?

Ärzte und Pfleger lernen schon in ihrer Ausbildung die Abläufe einer Organspende kennen. Dieses Wissen wird bei Fortbildungen, durch Hospitationen und durch die Assistenz bei Organtransplantationen erfahrener Teams vertieft. Für den Ablauf einer Transplantation existiert eine genaue Beschreibung, die alle Beteiligten kennen. Daneben ist es hilfreich, sich mit den Geschichten der Betroffenen – Empfänger wie Spender – auseinanderzusetzen und dabei eine eigene Haltung zu entwickeln.

Was ist Ihrer Ansicht nach am wichtigsten für eine Verbesserung der Organspende in Deutschland?

Am wichtigsten ist es, den Mangel an Spenderorganen anzugehen. Dabei würde es helfen, wenn alle Krankenhäuser mögliche Spender erkennen und melden.

Wer kommt als potentieller Spender in Betracht?

Menschen jedes Alters kommen in Betracht. Entscheidend ist die Funktion und nicht das Alter der Spenderorgane

Was muss Ihrer Meinung nach getan werden, um die Spendebereitschaft der Deutschen zu erhöhen?

Möglichst viele Menschen müssten ihre Haltung und Einstellung bekunden, beispielsweise mit einem Ausweis, in einer Patientenverfügung oder auch bei einer Behörde, wie bei der Ausweis- oder Führerscheinausstellung. Auch im Gespräch mit Familie und Freunden sollte Organspende thematisiert werden.

Die Entscheidung für einen Organspendeausweis bedeutet immer, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen. Liegt kein Organspendeausweis vor, müssen die Angehörigen das übernehmen. Wie unterstützen Sie diese?

Meistens muss die Familie nicht die Entscheidung übernehmen, denn oft lässt sich der mutmaßliche Wille des Verstorbenen erkunden. Angehörigen hilft es sehr, wenn ihnen deutlich wird, wie der Verstorbene entschieden hätte. Je konkreter darüber im Vorfeld gesprochen wurde, desto leichter fällt der Prozess.

Gibt es auch in der Klinik die Möglichkeit einen Organspendeausweis zu bekommen?

Na klar, in der Eingangshalle und bei der Information liegen Vordrucke aus!

 

Ihre Notaufnahme vor Ort

Zentrale Notaufnahme
Ortenau Klinikum in Offenburg-Kehl
Betriebsstelle Offenburg Ebertplatz 
Dr. Bernhard Gorißen
Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Ortenau Klinikum in Offenburg 
und Leiter des Nertzwerks Ortenauer Notaufnahmen (NONA)
Ebertplatz 12
77654 Offenburg
Telefon: 0781 472-6611
E-Mail: zzna.og@ortenau-klinikum.de 

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.notfall-ortenau.de 

 

Hinweis:

Die hier publizierten Beiträge sind redaktionell und die darin enthaltenen Angaben zu Daten, Fakten, Kontakten o.ä. werden nicht aktualisiert. Zur näheren Information besuchen Sie bitte die jeweiligen Fachkliniken auf der Website des Ortenau Klinikums.