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"Wir hören zu" – Ein Gespräch mit Patientenfürsprecherin Ingrid Fuchs über ihre Aufgaben

Ingrid Fuchs ist Patientenfürsprecherin am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl. Sie war über 40 Jahre in der Pflege tätig, zuletzt viele Jahre als Pflegedienstleiterin der St. Josefsklinik in Offenburg, bevor sie das Amt einer unabhängigen Patientenfürsprecherin übernahm. Im Interview mit der Ortenau Gesundheitswelt berichtet sie von ihren Erfahrungen als Bindeglied zwischen Patienten und Klinik.

Patientenfürsprecherin Ingrid Fuchs im Gespräch

Ingrid Fuchs, Patientenfürsprecherin Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl

Waltraud Armbruster, Patientenfürsprecherin Ortenau Klinikum Wolfach

Frau Fuchs, wie sieht die Tätigkeit eines Patientenfürsprechers aus?

Ingrid Fuchs: Wo Menschen aufeinandertreffen, kann es zu Unstimmigkeiten kommen. Das gilt auch für den Alltag in Krankenhäusern. Nicht immer sind große, schwerwiegende Konflikte die Ursache für Patientenbeschwerden. Weit häufiger liegen die Gründe für mögliche Unzufriedenheiten in kleineren Missverständnissen. Hier bereits setzen wir Patientenfürsprecher an: Wir hören zu, bringen Patienten und deren Angehörigen Verständnis entgegen und lösen Konflikte zwischen Patienten und Klinikpersonal.

Das gilt auch für schwierigere Fälle?

Selbstverständlich. Wenn ich sage, dass die Ursache für Unzufriedenheiten vielfach in kleineren Problemen liegt, gilt es ganz besonders bei gravierenden Vorfällen, dass wir für unsere Patienten ein Ansprechpartner sind. Wir kümmern uns und verstehen uns als Moderatoren bzw. Scharniere zwischen Patienten sowie Ärzten und Pflegenden, wie der Medizinethiker Professor Giovanni Maio es formuliert hat.

Dass es Patientenfürsprecher gibt, wissen viele Menschen nicht. Auch über deren Aufgaben und vielfältige Möglichkeiten zur Konfliktlösung herrscht vielfach Unklarheit.

Ja, das ist leider so. Umso wichtiger ist es, dass wir immer wieder über unsere Arbeit sprechen. Am Ortenau Klinikum werde ich in hervorragender Weise von der Klinikleitung unterstützt, ebenso von der Unternehmenskommunikation: Ich berichte regelmäßig in den Gremien der Klinikleitung von meiner Arbeit. Es gibt Pressemitteilungen über meine Arbeit, ich bin beteiligt bei der Festlegung von Themen für Vortragsveranstaltungen und auch eingebunden als Schirmherrin. Das Ortenau Klinikum ist hier sehr aktiv und zählt zu den ersten Häusern in Deutschland, die dieses wichtige Amt zur Stärkung der Patientenrechte bereits im Jahr 2013, kurz nach Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes, eingeführt haben. Dabei muss stets deutlich sein: Als Patientenfürsprecher sind wir gänzlich unabhängig und werden nur auf Wunsch der Patienten oder von deren Angehörigen tätig und übernehmen eine Mittlerrolle. Wir bieten keine medizinischen und pflegerischen Beratungen und auch keine Rechtsberatung, dürfen unsere Patienten aber selbstverständlich über ihre Rechte informieren. Jede Patientin und jeder Patient kann sich an mich wenden, egal wie groß oder klein das Anliegen erscheint. Und selbstverständlich arbeiten wir kostenlos und im höchsten Maße vertraulich.

Warum sind Sie Patientenfürsprecherin geworden?

Ich nehme diese verantwortungsvolle, ehrenamtliche Aufgabe sehr gerne wahr, weil ich dabei Menschen unmittelbar helfe und meine Berufs- und Lebenserfahrung einbringen kann. Ich habe mehr als vier Jahrzehnte in der Pflege gearbeitet, davon viele Jahre in leitender Position, das prägt. Ich habe mich schon immer für Menschen eingesetzt und sie unterstützt, das entspringt meinem christlichen Menschenbild, weshalb ich dies auch im Ruhestand weiterhin tue.

Welche Erfahrungen haben Sie als Patientenfürsprecherin bisher gesammelt und wie geben Sie diese weiter?

Meine Erfahrungen sind gänzlich positiv. Das Angebot der Patientenfürsprache wird am Ortenau Klinikum sehr gut angenommen und ich erfahre viel Wertschätzung und Dankbarkeit. In den vergangenen Jahren bin ich pro Jahr mit über 1.000 Patientinnen und Patienten ins Gespräch gekommen. Dabei verstehe ich mich als aufmerksame und vertrauensvolle Zuhörerin, die Missverständnisse bereits im Vorfeld aufgreift und dabei hilft, mögliche Konflikte beizulegen. Patienten und Angehörige, wie übrigens auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind für diese Art der schnellen, unbürokratischen und vor allem persönlichen Unterstützung sehr dankbar. Wir sehen immer wieder, dass auch die Klinik davon profitiert, denn jeder Konflikt birgt Anregungen, von denen die Klinik lernt, ihre Leistungen zu verbessern. Zudem gilt, dass nicht nur zufriedene Patienten, sondern auch vormals unzufriedene, denen geholfen wurde, die Klinik weiter empfehlen. Es freut mich insbesondere, meine Erfahrung als Patientenfürsprecherin weitergeben zu können. So stehe ich mit Frau Waltraud Armbruster im engen Kontakt, die dieses Ehrenamt seit Juli 2018 am Ortenau Klinikum Wolfach ausfüllt.

Wie erreichen Patienten Sie?

Unsere Büros sind zentral erreichbar in den Klinikgebäuden in Offenburg am Ebertplatz, in der St. Josefsklinik, in Kehl sowie in Wolfach. Dort finden auch die Gespräche mit den Patienten statt. Erreichbar sind wir per Telefon sowie auch postalisch und über unsere Meinungsbriefkästen.

Sprechzeiten und Kontakt 

Betriebsstelle Ebertplatz
Ebertplatz 12, 77654 Offenburg
Di 9–17 Uhr, Fr 8.30–9.30 Uhr, 13–17 Uhr

Betriebsstelle St. Josefsklinik
Weingartenstraße 70, 77654 Offenburg
Mi 9–15 Uhr

Betriebsstelle Kehl
Kanzmattstraße 2, 77694 Kehl
Fr 10–13 Uhr

Weitere Sprechzeiten an den Betriebsstellen nach telefonischer Vereinbarung unter: Telefon: 0781 472-1466

Ortenau Klinikum Wolfach
Oberwolfacher Straße 10
77709 Wolfach
Mo 9.30–10.30, Do 9.30–10.30

Weitere Sprechzeiten nach telefonischer Vereinbarung unter: Tel. 07834 970-343

 

Hinweis:

Die hier publizierten Beiträge sind redaktionell und die darin enthaltenen Angaben zu Daten, Fakten, Kontakten o.ä. werden nicht aktualisiert. Zur näheren Information besuchen Sie bitte die jeweiligen Fachkliniken auf der Website des Ortenau Klinikums.