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Zwei Ortenauer in Weltspitze-Team

Arzt des Ortenau Klinikums Offenburg-Kehl betreut Deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Cerebralparetiker bei WM in Sevilla / Mannschaft erreicht zehnten Platz

Das deutsche Team mit dem Offenburger Spieler Julius Kopf (hintere Reihe, dritter von rechts) und Mannschaftarzt Dr. Christian Haefele (hintere Reihe, ganz links) vom Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl. © Ortenau Klinikum

Mit einem unerwarteten Erfolg kehrte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Cerebralparetiker (CP) kürzlich von den Weltmeisterschaften in Sevilla zurück, wo sie einen zehnten Platz in der Weltspitze erreichte. Mit dabei waren mit Mannschaftsarzt Dr. Christian Haefele, Facharzt für Innere Medizin am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl, sowie Defensivspieler Julius Kopf aus Offenburg auch zwei Ortenauer.

Als in der Weltrangliste am schwächsten von den 16 teilnehmenden Nationalteams gelistet und als Nachrücker zum zweieinhalbwöchigen Turnier nach Südspanien angereist, sicherten sich die Schützlinge von Bundestrainer Conny Frank Fritsch nach Niederlagen gegen England und Brasilien durch einen Sieg gegen Japan die Teilnahme an der Zwischenrunde. Dort überzeugten sie mit Siegen gegen Finnland und Australien, verpassten das Halbfinale aber durch eine unglückliche Niederlage gegen den Weltranglisten-Sechsten, Irland.

Fest zum Stamm der Nationalmannschaft zählt mittlerweile Julius Kopf, der vor allem beim Sieg gegen die Finnen eine überzeugende Vorstellung bot. Dr. Haefele, der täglich für die Spieler von frühmorgens bis fast in die Nacht tätig war, zog auch aus medizinischer Sicht ein positives Fazit. „Schwerwiegende Verletzungen blieben aus, zu behandeln waren lediglich kleinere Blessuren“, so Haefele, der die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem seit zwei Jahren zusammen arbeitenden Betreuerteam lobt. „Durch gute Absprachen konnten gesundheitliche Probleme wie Überlastungen im Vorfeld minimiert werden. Daher gab es erfreulicherweise auch keinen Ausfall.“

Cerebralparese bezeichnet Bewegungsstörungen aufgrund einer meist frühkindlichen Hirnschädigung (z.B. Sauerstoffmangel) oder als Folge eines Unfalls (z.B. Schädelhirntrauma) oder Tumors mit Auswirkung auf die Motorik, so das Klinikum. Die Behinderung betreffe nur Teile oder den ganzen Körper. Daher werden die Spieler für den offiziellen Spielbetrieb nach Art und Ausprägung der Behinderung »klassifiziert«. Bei einem offiziellen Spiel muss jeweils eine festgelegte Anzahl an Spielern aus den drei Klassifikations-Kategorien (F1:starke Ausprägung der Behinderung, F2: mittlere Ausprägung und F3: leichte Ausprägung) eingesetzt werden.