Zwei glückliche Ärzte mit Haarnetz im Krankenhaus

Ortenau
Pressemeldung
Klinikum

Welt-Thrombose-Tag: Thrombosen erkennen und richtig behandeln

Bewegung und frühe Diagnose können helfen, Komplikationen zu vermeiden

Am 13. Oktober ist Welt-Thrombose-Tag. Er erinnert an den Geburtstag des deutschen Arztes Rudolf Virchow (1821-1902), der die Grundlagen der Thromboseforschung erarbeitete. Anlässlich des Aktionstages informiert das Ortenau Klinikum über die Entstehung, Warnzeichen und Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung. Eine Thrombose entsteht, wenn sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß bildet und den Blutfluss behindert. Besonders häufig sind die tiefen Venen der Beine betroffen. Wird eine solche Thrombose nicht erkannt und behandelt, kann sich das Gerinnsel lösen und mit dem Blutstrom in die Lunge gelangen. Eine Lungenembolie kann lebensbedrohlich sein.

„Eine Thrombose kann grundsätzlich jeden Menschen treffen. Das Risiko ist allerdings in bestimmten Situationen deutlich erhöht“, erklärt Chefarzt Professor Dr. Uwe Pohlen, Leiter des Gefäß- und Shuntzentrums am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl. Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem längere Immobilität, größere Operationen, Verletzungen, Krebserkrankungen, Schwangerschaft, höheres Alter, starkes Übergewicht oder eine bereits früher aufgetretene Thrombose. Auch bestimmte Medikamente und eine erhöhte Gerinnungsneigung können das Risiko erhöhen.

Warnzeichen ernst nehmen
Eine tiefe Venenthrombose kann sich durch eine einseitige Schwellung des Beins, Schmerzen, ein Spannungs- oder Schweregefühl sowie eine erhöhte Wärme oder Verfärbung der Haut bemerkbar machen. Allerdings können die Beschwerden unterschiedlich ausgeprägt sein und auch andere Ursachen haben. „Neu auftretende und ungewöhnliche Beschwerden an einem Bein sollte man nicht einfach ignorieren, sondern ärztlich abklären lassen“, sagt Professor Dr. Pohlen. Besonders wichtig seien mögliche Anzeichen einer Lungenembolie. Plötzlich auftretende Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen, Schwindel oder eine Ohnmacht könnten auf eine solche Komplikation hinweisen.

Bewegung kann vorbeugen
Eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung spielt Bewegung. „Bewegung ist eine einfache und wichtige Möglichkeit, den Blutfluss in den Beinen zu unterstützen“, so Thomas Beckers, Gefäßchirurg des Gefäß- und Shuntzentrums am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl. „Wer längere Zeit sitzen muss, sollte immer wieder die Position wechseln, die Füße bewegen und zwischendurch aufstehen.“ Bei Menschen mit erhöhtem Risiko können zusätzlich medizinische Kompressionsstrümpfe oder gerinnungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom individuellen Risiko ab und sollte ärztlich beurteilt werden.

Behandlung richtet sich nach der individuellen Situation
Die Behandlung einer Thrombose erfolgt in den allermeisten Fällen im ambulanten Sektor von niedergelassenen Fachärzten. Besteht der Verdacht auf eine Thrombose, wird zunächst die Krankengeschichte erhoben und der Patient körperlich untersucht. Je nach Situation können Blutuntersuchungen sowie eine Ultraschalluntersuchung der Venen eingesetzt werden. Die wichtigste Säule bei der Behandlung einer tiefen Venenthrombose sind in vielen Fällen gerinnungshemmende Medikamente. Sie verhindern, dass das Blutgerinnsel weiterwächst und reduzieren das Risiko einer Lungenembolie und weiterer Thrombosen. Die Dauer der Behandlung richtet sich unter anderem nach der Ursache der Thrombose und dem individuellen Risiko.Eine vorrübergehende Ruhigstellung und Bettruhe sind nicht mehr notwendig.

Bei bestimmten Gefäßverschlüssen können darüber hinaus interventionelle oder operative Verfahren erforderlich sein. „In unserem Gefäßzentrum bieten wir neben gefäßchirurgischen Eingriffen auch kathetergestützte Verfahren an. Dazu gehört beispielsweise die Entfernung akuter Blutgerinnsel aus Gefäßen“, so Beckers. „Unser Ziel ist es, die jeweils passende Therapie möglichst schonend und auf die individuelle Situation abgestimmt einzusetzen.“

 

Über das Ortenau Klinikum
Das Ortenau Klinikum ist ein kommunaler Klinikverbund des Ortenaukreises und zählt zu den größten Gesundheitsversorgern in Baden-Württemberg. An mehreren Standorten versorgt es jährlich rund 64.800 Patientinnen und Patienten stationär sowie über 194.000 ambulant.

Mit dem Zukunftsprojekt „Ortenau 2030 – Zukunft Gesundheit” treibt das Ortenau Klinikum eine der größten Strukturentwicklungen in der Gesundheitsversorgung in Deutschland aktiv voran. Aktuell entstehen Klinikneubauten, Zentren für Gesundheit und neue, sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen, die die Gesundheitsversorgung im Ortenaukreis nachhaltig sichern.

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