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Fachkliniken | Offenburg Ebertplatz Unfallklinik Offenburg Leistungsspektrum

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Klinikkonzept

Die Unfallklinik Offenburg verfolgt mit dem Zusammenschluss der klassischen Unfallchirurgie, der Handchirurgie, der Neurochirurgie sowie der Plastischen/Ästhetischen und Mund-/Kiefer-/Gesichtschirurgie ein integratives Konzept zur Realisierung einer umfassenden interdisziplinären Versorgung des Unfallpatienten, insbesondere wenn mehrere Verletzungen gleichzeitig vorliegen. Dieses Konzept ermöglicht unkomplizierte und schnelle Verfügbarkeit verschiedenster Spezialisten innerhalb eines Teams, unter dem Dach einer Abteilung. Somit können wir unseren Patienten zum einen ein sehr breites (operatives) Behandlungsspektrum anbieten, zum anderen aber auch ein hoch spezialisiertes. Die zusätzliche enge Vernetzung mit der präklinischen Notfallmedizin, mit unseren Anästhesisten und Intensivmedizinern sowie unserem Rehazentrum und einem durchdachten Nachsorgekonzept ermöglicht uns die Betreuung unserer Patienten vom Unfallort bis zur Wiedereingliederung ins Alltags- und Berufsleben. Wir versuchen jeden Tag, dieses Konzept zu leben und zu verbessern – zum Wohle unserer (Unfall-)Patienten durch eine rasche sowie professionelle Wiederherstellung von Mobilität und Funktion. 

Erwähnenswert ist außerdem die enge Kooperation mit den vielen weiteren Fachabteilungen unseres Hauses – denn insbesondere unsere schwerverletzten und hochbetagten Patienten benötigen oft weitere Fachexpertisen, um ein möglichst gutes Behandlungsergebnis zu erzielen. 

Natürlich betreut jede der vier Sektionen der Unfallklinik unabhängig von der interdisziplinären Versorgung auch jeweils ihre elektiven Patienten mit fachspezifischen Problemen, Verletzungen usw.

Unser Leistungsspektrum

Wir möchten Ihnen hier einen Teil unseres (operativen) Spektrums erläutern und v.a. auf Spezialisierungen eingehen. Grundlage bzw. Voraussetzung für diese Spezialisierung ist die Abdeckung des gesamten Spektrums der „allgemeinen“ Unfallchirurgie mit Versorgung sämtlicher Frakturen (Knochenbrüche) des Skeletts sowie der Weichteilverletzungen. Diese werden nach den aktuellen Leitlinien mit modernsten Implantaten operativ (und konservativ) therapiert.

Mit den Veränderungen der Altersstruktur unserer Gesellschaft mit steigender Lebenserwartung nehmen auch die (schweren) Verletzungen der älteren und ältesten Menschen erheblich zu.  Aufgrund der meist vorliegenden Osteoporose und der Mehrfacherkrankungen ist ein komplexes, interdisziplinäres Behandlungsregime notwendig. Das Team besteht aus  spezialisierten Ärzten (Unfallchirurgen, Geriatern, Neurologen),  Krankenschwestern/-pflegern, Krankengymnasten/Ergotherapeuten und dem Sozialdienst. Des Weiteren besteht eine enge Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Fachabteilungen. 

Die häufigsten Verletzungen sind Speichenfrakturen (Radiusfraktur), hüftgelenksnahe Oberschenkelfrakturen, gelenknahe oder gelenkbetreffende Oberarmfrakturen (proximale Humerusfraktur), Wirbelkörperfrakturen, Beckenfrakturen und auch Frakturen bei vorhandenen künstlichen Knie-, Hüft- und Schulterprothesen (periprothetische Frakturen).

Unsere Abteilung leistet die umfassende Behandlung des alterstraumatologischen Patienten mit modernsten und spezialisierten Implantaten mit dem Ziel, den verletzten älteren Menschen durch wiederherstellen einer vollbelastbaren Extremität wieder in sein bisheriges Leben zu integrieren. Die Zertifizierung als Alters-Trauma-Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie befindet sich kurz vor dem Abschluss.

Die gelenkerhaltende Therapie nach Arbeits- und Sportunfällen, aber auch bei degenerativen Erkrankungen wie Arthrose hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Mit Hilfe der Arthroskopie („Gelenkspiegelung“) oder auch arthroskopisch-assistierter Eingriffe lassen sich heute viele Verletzungen und Verschleißschäden an Knie-,  Schulter-, Ellen-, Sprung- und Handgelenk sehr erfolgreich behandeln. 

Am Schultergelenk werden u.a. die Abrisse der vorderen Gelenklippe nach Schultergelenksverrenkungen routinemäßig arthroskopisch refixiert. Auch das Impingement-Syndrom sowie Verschleißerscheinungen der langen Bizepssehne werden arthroskopisch adressiert. Des weiteren werden in hoher Fallzahl Verletzungen und verschleißbedingte Defekte der „Rotatorenmanschette“ arthroskopisch assistiert bzw. über eine minimalinvasive Technik refixiert. 

Am Kniegelenk werden routinemässig vordere und hintere Kreuzbänder sowie auch das laterale Kapseldreieck bzw. Seitenbänder arthroskopisch-assistiert mit den aktuell gängigen Verfahren rekonstruiert. Ein weiterer Schwerpunkt sind Verletzungen oder angeborene Erkrankungen des Gelenks zwischen Kniescheibe und den Oberschenkelrollen („Patellofemoralgelenk“). Insbesondere die Verletzungsfolgen der Kniescheibenverrenkung werden mit einem arthroskopisch-assistierten Verfahren sehr erfolgreich  und in hoher Zahl operiert. 

Auch verletzungsbedingte Schäden am Gelenkknorpel werden mit den aktuell etablierten Verfahren rekonstruiert. Die Unfallklinik hat ausserdem eine Zulassung des Regierungspräsidiums zur Knorpelzelltransplantation bei entsprechender Indikationsstellung. Auch hier werden die aktuell etablierten Verfahren angewandt. 

Am Sprunggelenk werden ebenfalls alle gängigen arthroskopischen Verfahren routinemässig durchgeführt (Impingement-Syndrom, Knorpelschäden, Osteochondrosis dissecans, freie Gelenkkörper etc.).

Unsere Handchirurgen verfügen über eine besondere Expertise in der Arthroskopie des Handgelenks und der Handwurzelgelenk. In diesem Bereich verfügen wir über eine weitreichende Erfahrung in den arthroskopischen Techniken zur Refixierung oder Glättung von Verletzungen des sogenannten „TFCC“ („Meniskus“ des Handgelenks). Auch die Impingementsyndrome des Handgelenks werden arthroskopisch therapiert.

Ausserdem etablieren wir auch innovative Verfahren zur intraoperativen arthroskopischen Stellungskontrolle bei der Rekonstruktion von Gelenkbrüchen, v.a. am Schienbeinkopf oder an den Oberschenkelrollen.

In enger Zusammenarbeit mit unseren Physiotherapeuten entsteht ein klar strukturiertes Behandlungskonzept von der Diagnosestellung über die operative Versorgung bis hin zu einer zielgerichteten und bedarfsadaptierten Nachbehandlung in unserem Rehazentrum.

Unter ästhetischer Chirurgie versteht man formverändernde Eingriffe, die aus kosmetischen Gründen durchgeführt werden. Die hierdurch anfallenden Kosten dürfen nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Hiervon klar abzugrenzen sind formverändernde plastisch-chirurgische Eingriffe, die eine funktionelle Konsequenz haben und damit medizinisch indiziert sein können. In diesem Fall erfolgt die Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

In unserer Klinik wird nahezu das volle Spektrum ästhetischer Operationsmöglichkeiten am gesamten Körper auf einem sehr hohen Standard angeboten. Durch die Techniken des sogenannten Body-Contourings kann im Rahmen von Straffungen, Fettabsaugungen (sogn. Liposuction) oder Lipotransfers erheblicher Einfluss auf die jeweilige Körperkontur gekommen werden. Weiterhin haben unsere Chirurgen die Expertise, die gesamte Bandbreite ästhetischer Korrekturen im Kopfbereich abzubilden. Hierzu zählen unter anderem Lidplastiken, Gesichtsstraffungen des oberen Gesichtes (sogn. Endoforehead-Lift), des Mittelgesichtes (sogn. Midfacelift) und des unteren Gesichtsabschnitts (sogn. Lower SMAS-Facelift). Darüber hinaus sind Ohrkorrekturen (sogn. Otoplastiken) und Korrekturen der Nase (sogn. Rhinoplastiken) möglich. Kleinere Korrekturen können durch Filler (Hyaluronsäure oder Eigenfett) oder durch die Botulinumtoxinbehandlung erzielt werden. Einen weiteren Schwerpunkt stellen ästhetische Operationen an der Brust dar. Hierzu zählen die Brustvergrößerung, die Bruststraffung oder die Verkleinerung, falls eine Kostenübernahme über die Krankenkasse nicht erfolgt. Auch Korrekturen der männlichen Brust (Gynäkomastie-OP) werden in unserer Klinik in hoher Frequenz durchgeführt.

Die ästhetischen Operationen genügen höchsten Standards und unter Verwendung modernster Techniken. Hierzu zählen auch minimal-invasive Techniken der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie. Sollte im Rahmen der Therapie ein stationärer Aufenthalt notwendig sein, heißen wir Sie auf unserer Privatstation willkommen. Für den unwahrscheinlichen Fall von Komplikationen, dürfen Sie sich am Ortenau Klinikum sicher aufgehoben fühlen: Spezialdisziplinen stehen, falls erforderlich, direkt zur Verfügung. Gerne beraten wir individuell und unverbindlich zu den jeweiligen Techniken. 

Verletzungen des Beckens (Frakturen) treten häufig im Rahmen von schweren Unfällen mit sogenannter „Polytraumatisierung“ auf, verursacht u.a. durch Verkehrsunfälle oder durch Stürze aus großer Höhe. 

Durch die veränderte Epidemiologie treten Beckenverletzungen immer häufiger bei älteren Menschen bei Bagatellstürzen auf. 

Als überregionales Traumazentrum behandeln wir das gesamte Spektrum der  Beckenverletzungen incl. Folgeeingriffe, von der akuten Notfallsituation bis zur definitiven Versorgung mit modernsten Implantaten und Verfahren incl. intraoperativem 3D-CT.

Ersatzoperationen an den großen Gelenken wie Hüfte, Knie, Schulter & Ellenbogen gehören seit Jahren zu den Standardoperationen in unserer Abteilung. Durch die stetige Weiterentwicklung auf diesem Gebiet können den Patienten auf sie abgestimmte Endoprothesen angeboten werden. Als ausgewiesene Unfallklinik haben wir uns auf die „Frakturendoprothetik“ spezialisiert, d.h. den Gelenkersatz nach gelenkzerstörenden Knochenbrüchen. Insbesondere im  Bereich des Hüft-, Knie-, Schulter- und Ellengelenks werden verschiedene endoprothetische Lösungen für komplexe und nicht rekonstruierbare Fraktursituationen routinemässig angeboten. Sämtliche notfallmässig notwendigen Implantate sind ständig in unserem Unfall-OP vorrätig.

 

Auf dem Gebiet der Handchirurgie bieten wir u.a. den endoprothetischen Ersatz des Daumensattelgelenks sowie der kleinen Fingergelenke an.

Die Hand ist nicht nur ein hochspezialisiertes Greif- und Tastorgan, sondern ist auch essentiell für unsere soziale Interaktion. Wenn Fehlbildungen vorliegen, Erkrankungen und Verletzungen die Hand beeinträchtigen, sinkt die Lebensqualität stark und kann sogar bis zur Berufsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit führen. 

Wir behandeln Patientinnen und Patienten mit jeglichen Erkrankungen und  Verletzungen der Hand. Dies reicht von der Akutversorgung inklusive Replantationen und plastischen Defektdeckungen mit sog. „freien Lappen“ (in Zusammenarbeit mit der Klinik für plastische Chirurgie) bis hin zur aufwändigen beruflichen und sozialen Wiedereingliederung nach Arbeitsunfällen. Hierfür wurden wir von der europäischen handchirurgischen Gesellschaft FESSH (Federation of European Societies for Surgery of the Hand) als Europäisches Hand-Trauma-Zentrum ausgezeichnet. 

Wir haben uns als ausgewiesene Unfallklinik insbesondere auf die schweren Verletzungen der Hand und deren Folgezustände spezialisiert. Sämtliche Implantate, welche für die operative Versorgung komplexer Handverletzungen notwendig sind, werden mehrfach vorgehalten. Für mikrochirurgische Rekonstruktionen sind verschiedene OP-Mikroskope vorhanden. Es steht ausserdem 24h/365 Tage im Jahr ein Replantationsteam für Amputationsverletzungen an Hand und Unterarm bereit. Da diese Versorgungen sehr zeitintensiv sind und ein Team oft über viele Stunden bindet, bestehen zudem im Bedarfsfall Vernetzungen mit ebenfalls replantierenden handchirurgischen Abteilungen der BG Kliniken Tübingen & Ludwigshafen, der Universitätsklinik Freiburg und des Schwarzwald-Baar Klinikums in Donaueschingen. 

Die Fuß- und Sprunggelenkschirurgie befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung von Verletzungen sowie Fehlfunktionen des gesamten Fußes und der Sprunggelenksregion. Dabei wird das gesamte Spektrum der modernen Fuß- und Sprunggelenksbehandlung inklusive minimalinvasiver und arthroskopischer Techniken abgedeckt. Besondere Aufmerksamkeit schenken wir als Unfallchirurgen den schweren Fussverletzungen, da diese häufig mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Mobilität einhergehen und unbedingt einer durchdachten Therapie und spezialisierte Unfallchirurgen bedürfen, um gute Ergebnisse zu erzielen. 

Gerade in Notfallsituationen kommt es auf eine rasche Untersuchung mit symptomorientierter Diagnostik und Therapie an. Als interdisziplinäres Team aus Ärzten der Unfallchirurgie, Inneren Medizin, Neurologie, Allgemeinchirurgie, Anästhesie, Urologie, Gynäkologie und der Pädiatrie sind wir zusammen mit unseren Kollegen der Pflege auf die Behandlung von Notfallpatienten spezialisiert. Es werden jährlich ca. 20.000 unfallchirurgische Patienten in der zentralen Notaufnahme behandelt, insgesamt ca. 55.000. Damit gehören wir zu den grössten Notaufnahmen im Land. 

Schon während der Notfallbehandlung wird entschieden, ob der Patient weiter ambulant versorgt werden kann oder ob eine stationäre Aufnahme erforderlich ist.

Ein Schwerpunkt der ZNA liegt in der Versorgung Schwerstverletzter, sogenannte „Polytraumata“. 

Als Unfallklinik mit überregionalem Versorgungsauftrag (Überregionales Traumazentrum und SAV-Klinik der Berufsgenossenschaften) halten wir in der interdisziplinären Notaufnahme zwei unfallchirurgisch geleitete Schockraumplätze, sowie einen hochmodernen Hubschrauber-Dachlandeplatz mit 24h-Bereitschaft für die Aufnahme vital bedrohter Notfallpatienten vor.

 

Die Klinik beteiligt sich außerdem an der Besetzung des notärztlichen Rettungsdienstes des Ortenaukreises.

Die Unfallklinik leistet für die gesamte Ortenau und darüber hinaus eine Rund-um-die-Uhr Versorgung sämtlicher kindlicher Verletzungen, vom schwerstverletzten Kind incl. Schädel-Hirn-Verletzungen bis hin zu komplexen mikrochirurgischen Rekonstruktionen der verletzten kindlichen Hand. Auch die kindlichen Verbrennungen werden in Kooperation mit unserer grossen Kinderklinik operativ versorgt. Gemeinsam mit unseren Kinderärzten versuchen wir stets, unsere kleinen Patienten altersgerecht zu betreuen. Auch die Aufnahme der Eltern ist bei Kindern unter 8 Jahren möglich. 

Selbstverständlich werden stets die aktuell etablierten operativen (& konservativen) Verfahren angewendet incl. modernster Implantate. 

Für die Betreuung von schwerstverletzten Kindern steht uns eine leistungsfähige Level-I Kinderintensivstation zur Verfügung.  Bei Engpässen der knappen Ressource kindlicher Intensivbetten stehen wir in engem Kontakt mit unseren kindertraumatologischen Kollegen des Städtischen Klinikums Karlsruhe und der Universitätsklinik Freiburg.

Für die Unfallkasse Baden-Württemberg stehen wir stets als Ansprechpartner im Akutfall und auch in der Nachsorge nach Schul- und Kindergartenunfällen zur Verfügung. In unseren Spezialsprechstunden stehen Terminkontingente bereit, um ein erfolgreiches Rehamanagement zur gewährleisten.

Die Mund-/Kiefer-/Gesichtschirurgie umfasst die Behandlung von Erkrankungen, Verletzungen und  Fehlbildungen des Gesichtes, des Ober- und Unterkiefers und Mundhöhle sowie Formveränderungen der Zähne. In unserer Klinik wird dieser Fachbereich durch international ausgebildete Spezialisten abgebildet und eine Akutversorgung von einfachen Gesichtsverletzungen bis hin zu komplexen Mittelgesichtsfrakturen und Weichteilverletzungen gewährleistet. Im Rahmen elektiver Eingriffe werden unter anderem Gesichtstumore operativ entfernt und gegebenenfalls Defekte durch aufwändige Verfahren wiederhergestellt. Auch mikrovaskuläre Verfahren zur Rekonstruktion von Form und Funktion können in unserer Klinik angewendet werden. Unseren MKG-Chirurgen stehen dabei am Ortenau Klinikum modernste Techniken wie z.B. die Verwendung von selbstauflösenden Osteosynthesematerialen zur Verfügung. Die enge Zusammenarbeit mit Kollegen unterschiedlicher Fachdisziplinen wie der Unfallchirurgie, Plastischen Chirurgie, Neurochirurgie und Augenheilkunde in einer Klinik ermöglicht es, optimale Behandlungspfade für betroffene Patienten zu erstellen und Kompetenzen in komplexen operativen Versorgungen zu bündeln.

Wir verfolgen in unserer Unfallklinik das Konzept der Integration aller Teilgebiete der Unfallchirurgie unter einem Dach einer „Unfallklinik“: „klassische“ Unfallchirurgie, Neurotraumatologie (Verletzungen des Zentralnervensystems, des Schädels und der Wirbelsäule) und Handchirurgie.

 

Insbesondere die Neurotraumatologie hat aufgrund des oft gravierenden Einflusses dieser Verletzungen auf das „Gesamt-Outcome“ des Patienten eine zentrale Wichtigkeit. 

Außerdem haben Wirbelsäulenerkrankungen im Rahmen von Tumorerkrankungen an Bedeutung gewonnen und deren Diagnostik und (operative) Therapie ist zu einem wichtigen Teilbereich der Neurochirurgie bzw. Wirbelsäulenchirurgie geworden. 

Das operative Behandlungsspektrum unserer Klinik beinhaltet alle unfall-, entzündungs- und tumorbedingten Verletzungen bzw. Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks. Darüber hinaus werden auch akute verschleißbedingte Nervenkompressionen notfallmäßig bei uns operativ therapiert, incl. akute Bandscheibenvorfälle mit neurologischen Ausfallserscheinungen der gesamten Wirbelsäule.

Die operativen Techniken umfassen im Bereich der Wirbelsäule alle vorderen, hinteren und kombinierten Operationstechniken zur Entlastung des Rückenmarkskanals, zur Entfernung krankhaften Gewebes und ggf. zum Wiederaufbau und zur Stabilisierung des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes, incl. langstreckiger Stabilisierungen mit Ersatz von einem oder mehreren Wirbelkörpern, falls notwendig.

Ein weiterer Schwerpunkt der Neurotraumatologie ist die Akutversorgung von Schädel-Hirn-Traumen aller Schweregrade sowie Entlastung akuter Gehirnblutungen. Hier ist eine „rund-um-die-Uhr“ Versorgung durch die kontinuierlich anwesenden neurochirurgischen Kollegen in unserem Team gewährleistet. 

Im Rahmen der Nachsorge steht insbesondere unseren berufsgenossenschaftlichen Patienten auch die Betreuung durch einen Neuropsychologen zur Verfügung (https://www.neuropsychologie-bremen.de), z.B. auch im Rahmen des Rehamanagements der Berufsgenossenschaften.

Die Zertifizierung als Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie durch CERT iQ befindet sich im Aufbau.

Zur Neurochirurgischen Praxis an der Betriebsstelle Lahr

Unter der Plastisch-Rekonstruktiven Chirurgie versteht man die Behandlung von Haut-Weichteil-Defekten, die aus Unfällen, Tumoroperationen oder angeborenen Fehlbildungen resultieren. Ziel ist es, Körperoberfläche, Körperform und nicht zuletzt die Körperfunktion wiederherzustellen. Hierzu stehen eine ganze Bandbreite operativer Techniken zur Verfügung – von der Hauttransplantation bis hin zum komplexen mikrochirurgischen Verfahren bei dem ganze Gewebeteile am Körper transplantiert werden können. Dabei entscheiden die Größe, die Lokalisation und die Art des Defektes darüber, welches operative Verfahren gewählt werden muss. Es gilt so einfach wie möglich, gleichwohl so komplex wie nötig vorzugehen, um für den individuellen Patienten das jeweils beste Ergebnis erzielen zu können. Dabei können auch komplexe Formen wie die einer weiblichen Brust oder Bewegungsmuster wie die einer Extremität durch Nervenanschluss von transplantiertem Muskelgewebe wieder hergestellt werden. Unseren rekonstruktiven Chirurgen steht dafür am Ortenau Klinikum modernste technische Ausstattung zur Verfügung. So sind 3 Operationsmikroskope im Einsatz und es besteht die Möglichkeit, transplantiertes Gewebe durch implantierbare Sonden zu überwachen. Die enge Zusammenarbeit mit Kollegen unterschiedlicher Fachdisziplinen in einer Klinik ermöglicht es, optimale Behandlungspfade für Patienten zu erstellen und Kompetenzen bei komplexen operativen Versorgungen zu bündeln.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Unfallchirurgen, Handchirurgen und Plastischen Chirurgen unter dem Dach der Unfallklinik zum Erhalt schwer traumatisierter Extremitäten verstehen wir als elementaren Teil unserer unfallmedizinischen Verantwortung als SAV-Klinik und überregionales Traumazentrum: Die simultane Beurteilung und Behandlung schwerster Extremitätenverletzungen durch Unfall-, Hand- und Plastische Chirurgen hat schon in der kurzen Existenzzeit dieser neuen Klinikstruktur so manche Extremität erhalten und wieder zu einer guten Funktion verholfen. Wir übernehmen im Rahmen des SAV auch gerne Patienten weit überregional zur Beurteilung/Weiterbehandlung. Eine Kontaktaufnahme ist rund um die Uhr über den diensthabenden Unfallchirurgen der Unfallklinik möglich!

Eine Kernaufgabe unserer Abteilung ist die Schwer- und Schwerstverletztenversorgung („Polytrauma“) für die Region sowie darüber hinaus. Hierfür steht ein 24h-Hubschrauber-Dachlandeplatz zur Verfügung. Zuletzt wurde die Abteilung als „Überregionales Traumazentrum“ der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ausgezeichnet, der höchsten in Deutschland vergebenen Versorgungsstufe. Analog hierzu wurde die Abteilung auch vom Dachverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - DGUV) zur Schwerstverletztenversorgung, dem sogenannten „Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV)“ zugelassen. Damit dürfen in unserer Abteilung Verletzungen und Mehrfachverletzungen jeglichen Schweregrades behandelt werden. Wir sind hiermit auch Ansprechpartner für andere Kliniken zur Übernahme / Verlegung von Schwerstverletzten. 

Hierfür stehen uns nach Einlieferung des Patienten zwei sogenannte „Schockraumplätze“ zur Verfügung, in denen ein definiertes und spezialisiertes Team aus Unfallchirurgen, Anästhesisten/Intensivmedizinern, Neurochirurgen, Radiologen, Notfallfachpflegekräften und Anästhesiefachpflegekräften sowie MTAs lebensrettende Sofortmassnahmen und Notfalldiagnostik (Ultraschall, Röntgen, CT) durchführen. Anschliessend wird der Patient entweder sofort in den Unfall-OP oder auf die Intensivstation gebracht, um dort weiter stabilisiert zu werden. Im Anschluss werden nach den modernsten Richtlinien des sogenannten „Weissbuches“ der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie“ alle Verletzungen weiter operativ versorgt sowie auch umgehend rehabilitative Frühmassnahmen eingeleitet. Durch dieses in ganz Deutschland etablierte System zur Versorgung von Schwerstverletzten konnte die Sterblichkeit von sogenannten „Polytraumen“ auf unter 20% gesenkt werden und auch in vielen Fällen die Rückkehr in ein normales Leben ermöglicht werden. 

Die Klinik ist gemeinsam mit der Unfallchirurgischen Klinik der Universitätskliniken Freiburg eines von zwei „Überregionalen Traumazentren“ im Traumanetzwerk Oberrhein. Ausserdem ist die Nachbarklinik in Lahr als „Regionales Traumazentrum“ zertifiziert. 

Die Klinik ist in der Lage stets zwei Schwerstverletzte Patienten aufzunehmen. Natürlich sind im Katastrophenfall auch entsprechende Kapazitätssteigerungen möglich. Hierfür sind dezidierte „Katastrophen- und Einsatzpläne“ hinterlegt.

Die septische Unfallchirurgie behandelt alle Arten von Infektionen des Bewegungsapparates. Diese können trotz innovativer Techniken und der Einhaltung strengster Hygieneregeln als Folge von schweren Verletzungen und nach Operationen auftreten.

Unser oberstes Behandlungsziel ist die langfristige Beruhigung bzw. Ausheilung des Infekts, die Wiederherstellung einer ausreichenden Stabilität und damit einer belastbaren Extremität, sowie die Wiederherstellung der Gelenkfunktion. Ziel ist es, unsere Patienten wieder in das Alltags- bzw. Erwerbsleben einzugliedern. Notwendige Operationen werden in einem für die septische Chirurgie speziell ausgerüsteten und vom übrigen Unfall-OP abgetrennten Operationssaal durchgeführt. Es stehen alle etablierten, modernen Verfahren der septischen Knochenchirurgie zur Verfügung, incl. Ringfixateur-Systeme incl. Segmenttransport. 

Es besteht eine enge Kooperation mit unseren Infektiologen sowie Mikrobiologen, zusätzlich auch mit einer wöchentlichen gemeinsamen Visite am Patientenbett. In unserem Ärzte-Team gibt es ausserdem Unfallchirurgen mit einer speziellen infektiologischen Zusatzausbildung, der sogenannten „antibiotic stewardship“. Interdisziplinär erstellen wir für jeden einzelnen Fall ein individuelles Therapiekonzept. Nur so lassen sich bei diesen komplexen Fällen tatsächlich langfristig gute Therapieerfolge erzielen. 

 

Wir verstehen dieses Teilgebiet der Unfallchirurgie als prioritär wichtigen Teil unseres Fachgebiets und verwenden viel Engagement und Ressourcen, um Patienten mit einer septischen Komplikation ihre Mobilität wiederzugeben und Extremitäten zur erhalten ! Als Abteilung mit überregionalem Versorgungsauftrag übernehmen wir auch gerne septische Komplikationsfälle aus anderen Kliniken, insbesondere i.R. des „Schwerstverletzungsartenverfahrens“ der Berufsgenossenschaften. 

Im Rahmen von Verkehrs- oder Arbeitsunfällen aber auch bei Sportverletzungen kann es unter anderem zu Verletzungen der Wirbelsäule kommen. Sind diese Verletzungen stabil, d. h. ohne Gefahr des weiteren Einbrechens von Wirbelkörpern oder Einengungen des Rückenmarkskanals, können viele Verletzungen konservativ behandelt werden und die Patienten rasch unter physiotherapeutischer Anleitung rückengerecht mobilisiert werden.

Wenn neurologische Defizite auftreten, instabile Wirbelkörperbrüche vorliegen oder das Rückenmark bedrängt wird, müssen operative Interventionen durchgeführt werden, gelegentlich mit höchster Dringlichkeit als Notoperation.  Diese Verfahren werden an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule 365 Tage im Jahr und 24h am Tag auf höchstem Niveau angeboten. Als überregionales Traumazentrum und SAV-Klinik der Berufsgenossenschaften können und werden Wirbelsäulenverletzungen jeden Schweregrades incl. akute Querschnittslähmungen operativ versorgt. Hierfür stehen erfahrene Teams aus unfall- und neurochirurgischen Wirbelsäulenchirurgen zur Verfügung. Wir haben die beiden Fachgebiete in unserer Klinik erfolgreich zum Wohle unserer Patienten vereint und sind von diesem Konzept mit einer erheblichen Erweiterung des Spektrums durch die Vereinigung der beiden Expertisen durch viele zufriedene, mobile Patienten überzeugt.

Ärztliche Leitung

Dr. Eike Mrosek

Dr. Eike Mrosek
Chefarzt Unfallklinik Offenburg
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Zusatzbezeichnung: Spezielle Unfallchirurgie, Notfallmedizin

Sekretariat

Birgit Heimburger
Chefarztsekretärin
Tel. 0781 472-3301
Fax 0781 472-3304
Email: unfallklinik.og@ortenau-klinikum.de

Sprechzeiten

Terminvereinbarung über
Tel. 0781 472-3310,
erreichbar: Mo–Fr 9–14 Uhr

Curriculum Unfall-, Hand- und Wiederherstellende Chirurgie

Curriculum für die Weiterbildung zum Basis-Chirurgen (WBO 2006)