Die Klinikneubauten des Ortenau Klinikums in Achern, Offenburg und Lahr erhalten einen umfassenden Schutz vor künftigen Hitzetagen. Für alle drei Standorte ist ein umfassendes Hitzeschutzkonzept vorgesehen, das bauliche Maßnahmen und moderne technische Systeme miteinander verbindet. Ziel ist es, auch bei zunehmenden Hitzeperioden möglichst stabile und verträgliche Bedingungen für Patientinnen und Patienten sowie für die Mitarbeitenden zu schaffen.
In der öffentlichen Diskussion ist teilweise der Eindruck entstanden, die Neubauten würden auf Kühlung verzichten. Dies trifft nicht zu. Richtig ist, dass nicht in allen Bereichen klassische Klimaanlagen mit mechanischer Kälteerzeugung zum Einsatz kommen. Stattdessen setzt das Ortenau Klinikum auf ein Gesamtkonzept, das unterschiedliche Maßnahmen des aktiven und passiven Hitzeschutzes miteinander verbindet.
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Konzepts ist der dreistufige aktive Hitzeschutz in den Patientenzimmern. Er umfasst eine kontrollierte Zimmerbelüftung mit mechanischer Frischluftzufuhr (Wärme-/ Kälterückgewinnung), eine Kühlung über wassergeführte Systeme in den Betondecken (Betonkernaktivierung) sowie eine zusätzliche Kühlung über wassergeführte Fußboden- und/oder Deckensysteme. Gemeinsam sorgen diese Maßnahmen dafür, dass die Raumtemperaturen möglichst gleichmäßig und stabil bleiben. Im Unterschied zu einer herkömmlichen Klimaanlage erfolgt die Temperierung dabei nicht überwiegend über kalte Luftströme, sondern über große Flächen des Gebäudes. Dadurch entstehen keine unangenehmen Zugerscheinungen.
Ergänzt wird dieses aktive Kühlkonzept durch bauliche Maßnahmen, die verhindern sollen, dass sich die Gebäude im Sommer unnötig aufheizen. Bereits im Jahr 2022 hatte sich der Kreistag für zusätzliche Investitionen in die Klinikneubauten zur Umsetzung des BEG-40-Standards entschieden. Dieser Standard ist einer der höchsten energetischen Gebäudestandards und umfasst Maßnahmen wie z.B. eine kontrollierte Lüftung, effiziente Heiz- und Kühlsysteme, eine hochwärmegedämmte Gebäudehülle, spezielle Hitzeschutzverglasungen, außenliegende Verschattung sowie eine Gebäudeplanung, die den direkten Wärmeeintrag reduziert.
In Bereichen mit besonderen medizinischen und hygienischen Anforderungen – beispielsweise in Operationssälen, auf Intensivstationen, in der Funktionsdiagnostik oder in ambulanten Operationszentren – sind darüber hinaus raumlufttechnische Anlagen mit Klimatisierung und Filtertechnik vorgesehen. Dort gelten besondere Anforderungen an Temperatur, Luftqualität und Hygiene.
„Die neuen Klinikgebäude werden selbstverständlich nicht ohne Kühlung errichtet. Wir setzen auf ein modernes Hitzeschutzkonzept, das baulichen Hitzeschutz und aktive technische Temperierung sinnvoll miteinander verbindet“, erläutert Claudia Bauer-Rabe, Vorstandsvorsitzende des Ortenau Klinikums. „Mit diesem Gesamtkonzept schaffen wir gute Voraussetzungen, um Patientinnen und Patienten sowie unseren Mitarbeitenden auch bei zunehmenden Hitzeperioden möglichst stabile und verträgliche Bedingungen zu bieten. Gleichzeitig ermöglichen die eingesetzten Systeme einen energieeffizienten und nachhaltigen Betrieb der Neubauten.“
Das Hitzeschutzkonzept orientiert sich an den Anforderungen moderner Krankenhausplanung. Ziel ist es, die Innenraumtemperaturen auch während längerer Hitzeperioden möglichst konstant zu halten und eine übermäßige Erwärmung der Gebäude zu vermeiden. Wie hoch die Temperaturen in einzelnen Räumen ausfallen, hängt unter anderem von der Nutzung, der Sonneneinstrahlung und den jeweiligen betrieblichen Anforderungen ab.
Das Ortenau Klinikum informiert die Öffentlichkeit auf seiner Internetseite www.ortenau-klinikum.de ergänzend mit einem Fragen-und-Antworten-Katalog (FAQ) über das Hitzeschutzkonzept. Darin werden die wichtigsten Aspekte der baulichen und technischen Maßnahmen allgemeinverständlich erläutert
Über das Ortenau Klinikum
Das Ortenau Klinikum ist ein kommunaler Klinikverbund des Ortenaukreises und zählt zu den größten Gesundheitsversorgern in Baden-Württemberg. An mehreren Standorten versorgt es jährlich rund 64.800 Patientinnen und Patienten stationär sowie über 194.000 ambulant.
Mit dem Zukunftsprojekt „Ortenau 2030 – Zukunft Gesundheit” treibt das Ortenau Klinikum eine der größten Strukturentwicklungen in der Gesundheitsversorgung in Deutschland aktiv voran. Aktuell entstehen Klinikneubauten, Zentren für Gesundheit und neue, sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen, die die Gesundheitsversorgung im Ortenaukreis nachhaltig sichern.